[Serie:] American Horror Story. Erste Staffel.

Die Adventszeit ist ja dafür bekannt, dass alles gemütlich wird. Besinnlichkeit und Ruhe kehren in die Häuser ein, überall duftet es nach frischgebackenen Plätzchen, man scrollt durch diverse Do it yourself Blogs auf der Suche nach Ah’s und Oh’s und überhaupt freuen sich alle auf das bevorstehende Fest mit der Familie.

Pustekuchen sag ich dazu nur. Die Wahrheit ist doch: Ich war dieses Jahr einmal auf dem Weihnachtsmarkt, weils überall und ständig zu voll ist. Do it yourself-Geschenke rauben einem Bastel-Legastheniker wie mir den letzten Nerv und die einzigen Schokokekse, die dieses Jahr in unserer WG gebacken wurden, sind verbrannt.

Dann doch lieber das machen, was man eh das ganze Jahr über gerne macht und wozu es wenig Aufwand gehört: Serien gucken. Deshalb stell ich heute mal wieder eine vor. Passt auch so herrlich gar nicht zu dieser Jahreszeit, denn es geht um böse Menschen, die heimtückische Absichten haben. Achja, ein gruseliges Haus und ein paar Geister kommen auch vor.
Die Rede ist von … American Horror Story (An dieser Stelle darf man sich gerne ein Geisterhaus, zuckende Blitze und Gewitter vorstellen).

Ich muss sagen, lange habe ich mich an die Serie nicht getraut. Bin halt doch ein Angshase und vermeide Horrorfilme. Aber am letzten Katersonntag konnte ich mich gegen die Serienwahl meines Mitbewohners nicht wehren. Und dann hat’s mich gepackt. Also nicht das Böse. Sondern die Serie. Das Böse vielleicht ein bisschen, immer dann wenn’s um Chips geht.

Die erste Staffel der amerikanischen Serie heißt Murder House und darum geht’s dann auch. Die Familie Harmon, bestehend aus Vater Ben, Mutter Vivien und Tochter Violet, zieht nach Los Angeles in ein altes Haus. Natürlich ist es ein Haus im Art Deco Stil, hat Lampen von Tiffany und wurde in den goldenen Zwanzigern von einem reichen Mann für seine Frau gebaut. Der Mann, ein Chirurg, wurde drogensüchtig und aus Angst vor dem finanziellen Ruin fand seine Frau eine Geschäftsidee, die für beide gar nicht mal so gut ausging. Davon wissen die Harmons erst mal nichts, doch nach und nach holt die dunkle Vergangenheit des Hauses die Familie ein. Dabei spielen auch die sich dem Alter verweigernde Nachbarin Constanze und der charmante Tate eine Rolle. Als dann auch noch die ehemalige Geliebte von Ben auftaucht, wird es nicht nur immer verzwickter. Sondern eine düstere Energie bringt die ganze Familie ins Strudeln.

Wer auf klassischen Horror steht, bei dem es um Angst, Schrecken und Verstörung geht, ist bei American Horror Story richtig. Die Produzenten Ryan Murphy und Brad Falchuk setzen auf übernatürliche Phänomene, gepaart mit ausrastenden Psychopathen. Das macht die Serie hin und wieder vorhersehbar. Die Angst vor dem Unbekannten wird bis ins letzte Detail ausgenutzt, dazu noch ein paar schrille Hintergrundtöne und zack sitzt man mit nem Kissen vor den Augen auf der Couch. Viele Kamera-Einstellungen sind so subjektiv, dass dem Zuschauer der distanzierte Gesamtüberblick verweigert bleibt. Ist aber so gewollt, ganz klar. Und das macht die Serie auch aus. Ich habe mich schon gegruselt, aber konnte von der ersten Staffel nicht genug bekommen. Und je länger man sie schaut, desto harmloser wird es. Versprochen!

Was die Serie noch ausmacht, ist die immer wiederkehrende Cast. Seit 2011 läuft die Produktion in den Vereinigten Staaten, insgesamt gibt es schon vier Staffeln. Und in jeder Staffel tauchen bekannte Gesichter auf. Was in diesem Fall aber nicht stört, denn jede Staffel ist eine abgeschlossene Geschichte. Find ich gar nicht mal so schlecht, dann kann man eine Staffel durchsuchten und sich danach vom ganzen Spuk ne Pause gönnen. Ohne von der Story etwas zu verpassen. Das hat positive wie auch negative Konsequenzen, denn als Serien-Fan setze man ja eigentlich darauf, dass eine Story weitergeht. Die zweite Staffel könnte mich thematisch deshalb gar nicht interessieren. Andererseits kann man auch quer einsteigen, die Reihenfolge, in der man die Staffeln schaut ist also egal.
Ich habe die Serie mal wieder auf Netflix geschaut, aber es gibt sie auch auf maxdome, Amazon Prime Instant Video und sogar bei myVideo. Wer also nach alle der momentanen Besinnlichkeit das genau Gegenteil sucht, hat jetzt ne Hausaufgabe. Frohe Weihnachten!

American Horror Story. Staffel 1. Vereinigte Staaten 2011. 12 Episoden á 40 Min. Idee Ryan Murphy + Brad Falchuk. Mit Jessica Lange, Dylan McDermott.

Der Trailer ist auf Englisch, die Serie habe ich aber auf Deutsch gesehen.

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