Musik in den Häusern der Stadt

Ballad of Crows. Foto: Astrid Foerst
Ballad of Crows. Foto: Astrid Foerst.

Vor ein paar Wochen bin ich zufällig auf ein richtig feines Event hier in Köln gestoßen: Musik in den Häusern der Stadt. Ein kleines, unkonventionelles Festival, bei dem die Musiker an ungewöhnlichen Orten auftreten: in Privaträumen. Das kann mal ein Wohnzimmer sein, ein Gutshof oder wie gestern in meinem Fall, der Projektraum Knut Osper.

Im Vorfeld hatte ich mir Karten für eine Band besorgt, von der ich vorher noch nie was gehört hatte: Ballad of Crows. Wobei ich ehrlich sein muss: Ich kannte keinen der Musiker, die im Programmheft vorgestellt wurde. Na egal. Tiefsinnige Texte, Gitarren und drei Cowboys, das klingt nach meinem musikalischen Geschmack, da musste ich hin.

Und, oh boy, was it amazing. Zunächst einmal, weil die Jungs superlocker und sympathisch waren und sich auf die Show mindestens genauso gefreut hatten wie die Gäste. Wenn nicht sogar mehr. Und dann machen sie auch einfach echt gute Musik. Ehrliche Akustik Töne, die zwischen hey, ich hab Bock zu tanzen und lass mich noch was träumen so ziemlich alles abdecken. Mit Gitarre, Geige und Mandoline wurde nebst Walzer auch das ein oder andere funky Stück präsentiert, bei dem leider wegen Bestuhlung mehr als Fußwippen nicht drin war. Das ganze vor Bildern von Kinki Texas, die von martialischen Kreuzrittern, grotesken Pferden und starken Cowboys erzählen. Jungskram eben. Hat voll gepasst.

Einziger Wermutstropfen war teilweise das Publikum. Es wurde zwar mit den Füßen gewippt und auch überschwänglich geklatscht. Mehr leider nicht. Ich weiß nicht, ob es an der Bestuhlung lag oder daran, dass die Mehrheit der Zuschauer 55+ war. Aber ein bißchen mehr Bewegung als Feedback hätte die Band verdient.

Guckt mal, was die Jungs so können. Ihr Debütalbum „Ballad of Crows“ haben sie übrigens übers Fundraising finanziert. Dort wo sie spielen, kann man es auch kaufen. Noch! Und wer an den Bildern von Kinki Texas interessiert ist, hat noch bis zum 20.12.2014 Zeit, sie sich anzusehen. Auch sehr hingehenswert.

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